Albrecht Dürer
1471 Nürnberg - 1528 Nürnberg

Schüler von: Michael Wohlgemut
Lehrer von:

Maler, Zeichner, Kupferstecher, Holzschneider

Sohn eines Goldschmieds, ab 1481 Lehre bei Michael Wohlgemut.als Maler und Zeichner. Vor allem dessen Holzschnittillustrationen für die Weltchronik Hartmann Schedels 1488...93 beeinflussten ihn nachhaltig in seiner künstlerischen Entwicklung. 1490...94 Wanderschaft an den Oberrhein, u.a. nach Strassburg, Colmar und Basel. In Basel vermutlich bereits mit Holzschnittillustrationen betraut, u.a. zu Sebastian Brants "Narrenschiff" 1494. Seine in dieser Zeit entstandenen Zeichnungen und Gemälde, die eine außerordentliche Leichtigkeit des Striches und große Detailgenauigkeit aufweisen, zeigen deutlich den Einfluss der altniederländischen Schule u.a. von Robert Campin, Jan van Eyck oder Rogier van der Weyden.
Ab 1494 selbständiger Meister in Nürnberg und Heirat, danach erste Italienreise 1494...95. In Venedig intensive Auseinandersetzung mit der Kunst des Quattrocento, welche er bereits zuvor durch die von ihm kopierten Kupferstiche Andrea Mantegnas kennengelernt hatte. Aus dieser Zeit stammen einige herausragende Landschaftsaquarelle. 1495 Rückkehr nach Nürnberg. Die während dieser Zeit entstandenen Holzschnitte und Kupferstiche stellen einen ersten Höhepunkt in seinem Schaffen dar.
1505...07 zweite Italienreise, u.a. Zusammentreffen mit Giovanni Bellini. In Venedig Auftrag für das Altarbild "Rosenkranzfest" 1506, heute Nationalgalerie Prag, das sein Bemühen demonstriert, sich mit dem reichen Kolorit der Venezianer zu messen. Zurück in Nürnberg 1509 Aufnahme in den Grossen Rat der Stadt; ab 1513 bedeutende Kupferstiche, wodurch sie sich erstmals als eigenständige Gattung neben der Malerei etablierten und von ihrer Funktion als Vorzeichnung für komplexere Gemälde befreit werden.
Nach dem Tod Maximilians 1519 versuchte Dürer, auch dessen Nachfolger Karl V. als Mäzen zu gewinnen, reiste deshalb 1520 nach Aachen und weiter in die Niederlande. Ein faszinierendes Dokument jener Zeit ist sein Tagebuch, in dem er u.a. über seine erfolgreichen Audienzen bei Karl V. und über das Zusammentreffen mit Antwerpener Künstlern berichtet. Auf Dürers künstlerische Entwicklung hatte der Aufenthalt in den Niederlanden nur geringe Auswirkungen, trug jedoch zur Verbreitung seines eigenen Werkes bei. Auf seiner Reise zog sich Dürer eine fieberhafte Erkrankung zu, von der er sich nicht mehr gänzlich erholte.
1521 Rückkehr nach Nürnberg.

Neben seinem malerischen und graphischen Werk hinterließ Dürer, der sich zeit seines Lebens mit Proportionsstudien befasste, auch zahlreiche kunsttheoretische Schriften, darunter "Unterweysung der Messung mit dem Zirkel und Richtscheyt in Linien, Ebenen und ganzen Körpern" 1525, "Etliche Unterricht zur Befestigung der Stett, Schloss und Flecken" 1527 und "Vier Bücher von menschlicher Proportion" 1528.

Ausgesuchte Werke

  • Selbstporträt "Silberstiftzeichnung des Dreizehnjährigen" 1484, Albertina Wien
  • Selbstporträt von 1491, Sammlung der Universität Erlangen
  • Selbstporträt von 1493, Louvre Paris
  • 112 Holzschnitte zu Sebastian Brants "Narrenschiff" von 1494
    "Neben der Lübecker Bibel der gewichtigste Zyklus in Holzschnitt, der vor der Apokalypse erschienen ist ... Die ersten wahren Sittenbilder von vollendeter Abrundung." schreibt Winkler in "Dürer und die Illustr. zum Narrenschiff", Berlin 1951
  • Aquarell "Ansicht der Burg von Trient" um 1495, National Gallery London
  • Holzschnittserie "Apokalypse" 1498
  • Kupferstich "Der verlorene Sohn" 1498
  • Kupferstich "Das grosse Glück" um 1500
  • Kupferstich "Adam und Eva" 1504; intensive Auseinandersetzung mit den von den Renaissancekünstlern entwickelten Gesetzen der Perspektive und der Proportionslehre, die die Darstellung des idealen Menschen zum normativen Postulat erhebt
  • christusähnliches "Selbstporträt" 1500, Alte Pinakothek München: beleuchtet den selbstbewussten Anspruch des Künstlers, anders als im Mittelalter nicht mehr als reiner Handwerker, sondern als innovativer Schöpfer zu wirken
  • "Wittenberger Altar" um 1495, Gemäldegalerie Dresden
  • "Paumgartneraltar mit der Geburt Christi und den Stiftern als heiliger Georg und als heiliger Eustachius" um 1504, Alte Pinakothek München
  • Altar für die Frankfurter Dominikanerkirche, 1508...09, 1729 verbrannt
  • "Allerheiligenaltar" 1508-1511, Kunsthistorisches Museum Wien
  • 37 Blätter der "Kleinen Holzschnittpassion" 1509...11
  • Randzeichnungen zum "Gebetbuch Kaiser Maximilians I." 1513...15, Bayerische Staatsbibliothek München, für den Dürer seit 1512 tätig war: eines der grössten Kostbarkeiten der deutschen Buchillustration, Entstanden in Zusammenarbeit mit den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit, wie Lucas Cranach d.Ä., Albrecht Altdorfer und Hans Baldung
  • Kupferstich "Ritter, Tod und Teufel" 1513
  • Kupferstich "Der heilige Hieronymus im Gehäus" 1514
  • Kupferstich "Melencolia I" 1514
  • ungeschönt realistische Kohlestudie seiner greisen Mutter 1514
  • "Vier Apostel" 1526, Alte Pinakothek München; das Hauptwerk seiner letzten Schaffensperiode sind die beiden Bildtafeln mit den überlebensgrossen Darstellungen, dem Rat seiner Heimatstadt mit Inschriften als Mahnmal gegen Sektierertum und Bilderstürmerei hinterlassen
 

 

Literatur

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